Home Office - Work-Life-Balance

Work-Life-Balance spielt eine immer wichtigere Rolle in unserer Zeit, nicht nur bei der jüngeren Generation. Meiner Meinung nach ist hier eine gute Balance wichtig, um auch leistungsfähig zu bleiben. Für jeden kann Work-Life-Balance anders aussehen. Während einer seiner Freizeit und seinen Hobbys höchste Priorität widmet, kann es für einen anderen auch der Beruf sein. Man muss versuchen alle Ausprägungen neutral zu berücksichtigen. All zu leicht neigen wir dazu andere negativ zu betrachten, nur weil jemand Dinge anders sieht und anders handhabt. Hand aufs Herz, wer hat sich nicht schon mal etwas gedacht wie: "Der macht aber schon wieder früh Feierabend, nur weil er zum Sport will." Selbstverständlich ist das schwer. Hier kann Coaching von Profis oft hilfreich sein, denn woher sollen andere Einflüsse und Sichtweisen herkommen, wenn kein Input von extern kommt?

Home-Office ist nur eine Möglichkeit für eine bessere Work-Life-Balance, aber es ist für viele Mitarbeiter mittlerweile ein Benefit, das auch dazu beitragen kann, Fluktuation zu verringern oder einfach für eine bessere Stimmung zu sorgen. Technisch gesehen, ist der Aufwand häufig gar nicht so groß, Home-Office zu ermöglichen. Viele Unternehmen wissen gar nicht, dass Sie bereits eine Lösung hätten, sofern sie eingerichtet wäre. 

Für Home-Office wird zunächst ein geeigneter Arbeitsplatz Zuhause benötigt. Ein vernünftiger Bürostuhl, ein richtiger Schreibtisch und die richtige technische Ausstattung wie ein guter Monitor, Headset, Maus und Tastatur sorgen für einen ergonomischen Arbeitsplatz. Denn auch im Home-Office muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass an die Gesundheit des Mitarbeiters gedacht wird. Ein eigenes Arbeitszimmer wäre hier optimal. Die richtige Ausstattung ist die Voraussetzung für produktives Arbeiten aus dem Home-Office. Wenn diese gegeben sind, kann Home-Office sogar produktiver sein als im Büro, gerade wenn mal Projektarbeiten anstehen, die konzentriertes Arbeiten erfordern, ohne Ablenkung durch Telefon, E-Mails oder eben Kollegen, die einfach mal so im Büro vorbeischauen. 

Technisch und organisatorisch muss natürlich auch im Home-Office IT-Sicherheit gewährleistet werden. Das bedeutet in der Regel meist schon mal, dass man eben nicht im Café nebenan über den öffentlichen Hotspot sein Home-Office betreiben kann. Es gibt grundsätzlich mehrere Möglichkeiten und vor allem auch technische Lösungen, wie man einen sicheren Zugriff von extern herstellen kann.

Sofern man von Privatgeräten Zugriff über Lösungen wie Remotedesktop oder Citrix bereitstellt, muss vor allem sichergestellt werden, dass der private Rechner nicht kompromittiert ist. Hierzu muss man sich genau überlegen, wie man dies als Arbeitgeber sicherstellt. Die genaue Ausgestaltung von Nutzungsvereinbarungen kann hier kompliziert werden. Nur durch Software lässt sich ein gewisser Grad an Richtlinienkonformität herstellen, was aber bei Privatgeräten heikel sein kann. Das ist aus meiner Sicht auch genau der schwierigste Punkt, wenn es um BYOD-Szenarien geht.

Stellt man Firmengeräte bereit, verursacht das im ungünstigsten Fall Zusatzkosten durch das Bereitstellen von Laptops oder Rechnern. Wenn man auch noch sicherstellen will, dass man das private Netzwerk absichert, dann kommen hier weitere Kosten durch Router oder kleine VPN-Gateways auf einen zu. Nur wenn man beides umsetzt, hat man die maximale Sicherheit externer Arbeitsplätze erreicht. Der Mitarbeiter arbeitet über ein Gerät, das überwacht und verwaltet wird und schottet es zudem von den anderen Komponenten im Netzwerk ab. Gerade die Abschottung im privaten Netzwerk ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt, denn natürlich kann auch eine Firewall auf dem Client schützen, aber nur wenn sie korrekt und feingranular konfiguriert ist. Dies wird in der Regel, wegen des hohen Aufwands jedoch nicht gemacht. Und in privaten Netzwerken tummeln sich häufig viele potenzielle Gefahren, sei es nur ein Smart-V mit bekannten Sicherheitslücken, der von Kriminellen als Einfallstor benutzt wird. Klar ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, denn es müsste sich schon um einen gezielten Angriff handeln, nur mit Sicherheit kann man sagen, dass hier im Hintergrund oft mehr passiert als man es vermutet. Und passiert erstmal was, ist der Schaden häufig immens.

Natürlich gibt es viele Jobs, wo Home-Office undenkbar ist. Aber dort, wo es möglich ist, sollte man sich überlegen, Home-Office als Benefit für seine Mitarbeiter anzubieten. Um es als ernsthafte Option anzubieten, bedarfs es jedoch auch Einiges. Meiner Meinung nach kann es besonders für kleine Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche eine Option sein, auf eigene Räumlichkeiten zu verzichten oder die Flächen zu reduzieren. Aber immer sollte man sich ausgiebig Gedanken machen, wie man Home-Office als sicheren Arbeitsplatz zur Verfügung stellen kann. 

Anmerkung: Der Beitrag wurde schon deutlich früher erstellt, noch bevor der Corona-Krise, weshalb er diesen Aspekt nicht berücksichtigt. Wir hatten uns jedoch entschlossen, die neuen Beiträge erst auf der neuen Webseite zu veröffentlichen. Das Erstelldatum entspricht deshalb in diesem Fall dem Veröffentlichungsdatum.

von
Martin Otto
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